Erstmusterprüfbericht nach VDA Band 2: Was ist Pflicht, was ist Kür?
Du hast den EMPB ausgefüllt, alle Felder sind belegt, die Maße stimmen — und der Kunde schickt ihn zurück. Die Frage dahinter lautet fast immer: Was muss zwingend rein, damit er durchgeht, und was kann ich mir sparen? Die ehrliche Antwort überrascht die meisten: Seit der 6. Auflage 2020 gibt es im VDA Band 2 keine allgemeingültige Pflichtliste mehr. Der Band liefert Struktur und Verfahren — was davon Pflicht ist, entscheidet die Abstimmung mit deinem Kunden.
Die Frage hinter der Frage — „Ist mein EMPB in Ordnung?"
In der Lohnfertigung landet diese Frage meistens zu spät auf dem Tisch: Die Teile sind gefertigt, der Liefertermin steht, der Bericht ist raus — und dann kommt die Rückmeldung, dass etwas fehlt. Wer dann nach einer amtlichen Checkliste sucht, sucht vergeblich.
Es gibt für einen einzelnen Erstmusterprüfbericht keine Prüfstelle, kein Siegel und keine Zertifizierung. Niemand stempelt dir einen EMPB ab. Der einzige, der über i.O. oder n.i.O. entscheidet, ist der Kunde, der ihn bekommt — und er entscheidet nach seinen eigenen Vorgaben. (Das ist eine Einordnung aus der Praxis: In der Recherche zu diesem Artikel ließ sich keine Stelle finden, die so etwas anbietet oder vorschreibt.)
Deshalb trennt dieser Artikel drei Ebenen, die in Gesprächen ständig durcheinandergehen:
- Strukturelle Pflicht — die Felder, ohne die das Formular nicht funktioniert (Sachnummer, Zeichnungsstand, Grund der Vorlage, Unterschrift).
- Inhaltliche Pflicht — die Nachweise, die dein Kunde für dieses Teil vereinbart hat. Genau hier sitzt die harte Verbindlichkeit.
- Empfehlung — alles, was du freiwillig beilegst, weil es Rückfragen erspart.
Was VDA Band 2 seit 2020 wirklich vorgibt — und was nicht
Der maßgebliche Stand ist die 6., überarbeitete Auflage vom April 2020, erhältlich beim VDA QMC für 45,00 € netto in der deutschen Fassung. Wer die 5. Auflage im Regal hat oder mit einem PDF aus dem Netz arbeitet, arbeitet mit einem überholten Stand — und das merkt man dem Ergebnis an (dazu gleich mehr beim Deckblatt).
Die zentrale Änderung der 6. Auflage beschreibt die DGQ in ihrem Fachbeitrag zum Band unmissverständlich:
„Zum besseren Verständnis und der vereinfachten Umsetzung des durchaus komplexen, herausfordernden PPF-Verfahrens wurden die 4 Vorlagestufen (0, 1, 2 und 3) gestrichen."
Und weiter, zum Ersatz:
„Stattdessen wird im Zuge der ‚Abstimmung zum PPF-Verfahren' (Kapitel 5) individuell, d.h. projektspezifisch, vereinbart und formell dokumentiert, welche Daten, Dokumente und Musterteile wann im Projektverlauf (RGA bzw. APQP) und in welcher Form dem Kunden vorzulegen sind."
(Quelle: DGQ-Fachbeitrag „VDA Band 2:2020 – Gut Ding braucht Weile".)
Der VDA selbst nennt als Kernpunkte der 6. Auflage dieselbe Stoßrichtung: Stärkung der Abstimmung zwischen Organisation und Kunde über Umfang, Inhalte und Zeitplan, Wegfall der Vorlagestufen, Betonung der Eigenverantwortung der Organisation bei der Dokumentenerstellung — und die Selbstbewertung als Mechanismus, um die vorzulegende Dokumentation zu reduzieren.
Wichtig für alle, die die Vorlagestufen 1, 2 und 3 aus dem Alltag kennen: Die sind nicht verschwunden, sie stehen nur nicht mehr im Standard. Kunden haben sie in ihre eigenen Supplier-Quality-Dokumente übernommen, Schulungsanbieter lehren sie bis heute weiter — man findet 2026 noch Beratungsseiten, die „Vorlagestufe 0: Nur Deckblatt des EMPB" als geltende Systematik darstellen. Warum das so ist und wie du damit umgehst, steht ausführlich in VDA Band 2 Vorlagestufe 1, 2 und 3 — Was ist der Unterschied?.
Das Deckblatt — hier ist die Pflicht am härtesten
Beim Deckblatt hört der Interpretationsspielraum auf. Es transportiert laut Fachanbieter-Beschreibung „den Umfang und den Grund der Bemusterung sowie Angaben zur Organisation, zu den Mustern und zum Kunden" — und genau diese vier Blöcke musst du liefern, egal welchen Formularstand du vor dir hast.
Wie das feldgenau aussieht, lässt sich am frei kursierenden PPF-Formblatt (Anlage 5) nachvollziehen, das viele Lieferantenportale zum Download anbieten. Ich habe eines davon aufgemacht und Feld für Feld abgelesen:
Absender · Empfänger · Berichtstyp (Bericht Produktionsprozess- und Produktfreigabe / Bericht sonstige Muster). Dazu der Grund der Vorlage als Ankreuzfeld: Bemusterung · Neuteil · Änderungen am Produkt · Änderung am Produktionsprozess · Nachbemusterung · Aussetzen der Fertigung länger als 12 Monate · Änderung in der Lieferkette.
Lieferant/Produktionsstandort · Kennnummer/DUNS · Kunde · Benennung · Sachnummer · Zeichnungsnummer · Stand/Datum · Lieferscheinnummer · Liefermenge · Chargennummer · Mustergewicht · Berichts-Nr. · Wareneingangs-Nr./-datum · Bestellabruf-Nr./-datum · Abladestelle.
Name · Abteilung · Telefon · Fax/E-Mail · Ankreuzfeld „Der IMDS-Datensatz wurde erstellt unter der IMDS-ID-Nr.: ____" · Bemerkung · Datum · Unterschrift. Ohne Unterschrift ist das Papier eine Datensammlung, keine Erklärung.
Drei Urteile: i.O. · bedingt i.O. – Nachbemusterung erforderlich · n.i.O. – Nachbemusterung erforderlich. Und zwar nicht nur einmal: Das Formular hat je eine Spalte für jeden Nachweis plus die Sammelspalten Gesamt, Gesamt Prozess und Gesamt Produkt. Dazu der Abweichgenehmigungs-Block: Nr., Gültig bis, Stückzahl, Termin Nachbemusterung.
Der letzte Block ist der praktisch wichtigste — und der am meisten unterschätzte. Dein Kunde bewertet feldweise. Ein Nachweis, den du angekreuzt aber nicht beigelegt hast, hat eine eigene Spalte, in der er nicht abgehakt werden kann. Das fällt sofort auf und zieht die Gesamtbewertung mit. Ergänzend beschreibt ein Fachanbieter für die 6. Auflage eine Risikobewertung, deren Gesamtbewertung zu einer Empfehlung führt — die Einzelurteile bleiben also nicht folgenlos nebeneinanderstehen.
Welche Felder in einer selbstgebauten Excel-Vorlage nicht fehlen dürfen, ist in EMPB-Excel-Vorlage kostenlos — welche Felder sind Pflicht? im Detail durchgegangen.
Die Nachweisliste — was ankreuzbar ist, ist nicht automatisch Pflicht
Unter dem Kopf des Formblatts steht die Liste „Anlagen/Einsichtnahme — Produkt / Prozess". Auf dem oben beschriebenen Formular sind das 23 nummerierte Nachweise:
| Produktnachweise | Prozessnachweise |
|---|---|
|
1.1 Geometrie, Maßprüfung 1.2 Funktionsprüfung 1.3 Werkstoffprüfung 1.4 Haptikprüfung 1.5 Akustikprüfung 1.6 Geruchsprüfung 1.7 Aussehensprüfung 1.8 Oberflächenprüfung 1.9 ESD-Prüfung 1.10 Zuverlässigkeitsprüfungen 2 Muster 3 Technische Spezifikationen 4 Produkt-FMEA 5 Konstruktionsfreigabe 6 Einhaltung gesetzlicher Forderungen 7 Materialdatenblatt / IMDS 8 Softwareprüfbericht |
9 Prozess-FMEA 10 Prozessablaufdiagramm 11 Produktionslenkungsplan 12 Prozessfähigkeitsnachweis 13 Absicherung besondere Merkmale 14 Prüfmittelliste 15 Prüfmittelfähigkeitsnachweis 16 Werkzeugübersicht 17 Nachweis vereinbarte Kapazität 18 Schriftliche Selbstbewertung 19 Teilelebenslauf 20 Eignungsnachweis Ladungsträger 21 PPF-Status Lieferkette 22 Freigabe von Beschichtungssystemen 23 Sonstiges |
Wichtige Einordnung: Diese Nummerierung stammt von dem oben beschriebenen Formblatt und ist Vor-2020-Stand — erkennbar am Feld „Vorlagestufe". Die 6. Auflage hat die Nachweistabelle umnummeriert; die DGQ nennt für die neue Fassung unter anderem die Positionen 3.11 ESD-Beständigkeit, 3.12 Elektrische Sicherheit / Hochvolt-Sicherheit und 3.13 Elektromagnetische Sicherheit (EMV) — Nachweise, die es in dieser Form vorher nicht gab und die zeigen, wohin die Reise geht: Elektromobilität. Wie viele Nachweise die 6. Auflage insgesamt führt, nennt keine der geprüften Quellen; ich schreibe deshalb keine Zahl hin, die ich nicht belegen kann. Die Themen der Liste bleiben dieselben, die Ziffern nicht.
Und hier verläuft die eigentliche Trennlinie des ganzen Themas: Die Nachweisliste ist fest definiert, aber vom Kunden erweiterbar — der Kunde kann weitere Nachweise kennzeichnen. Das heißt im Klartext: Ein Kästchen auf dem Formular ist keine Aufforderung. Es ist ein Angebot. Pflicht wird ein Nachweis erst dadurch, dass er in der Abstimmung angekreuzt wurde.
Aus der Praxis in der Zerspanung (das ist Erfahrung, keine Norm): Für ein klassisches Drehteil sind 1.1 Geometrie/Maßprüfung, 1.3 Werkstoffprüfung, 7 IMDS und 16 Werkzeugübersicht der Regelfall. 1.5 Akustikprüfung, 1.9 ESD-Prüfung und 8 Softwareprüfbericht kreuzt in einem Lohndreherei-Alltag niemand jemals an. Wer trotzdem versucht, „alles" zu liefern, produziert Papier, das keiner liest — und riskiert Rückfragen zu Prozessdetails, nach denen niemand gefragt hat.
Dass der Band nach mehr aussieht als er verlangt, hat übrigens einen simplen Grund: Die Anlagen machen laut DGQ bezogen auf die Seitenzahl mehr als die Hälfte des Bandes aus (Kapitel 12, „Anlagen und Downloads"). Man blättert durch 100+ Seiten Formulare und denkt, das sei alles Pflicht. Ist es nicht.
Wie eine ausgefüllte Maßprüfung (Nachweis 1.1) konkret aussieht — mit Soll, Ist, Messmittel und Urteil je Merkmal — zeigt Erstmusterprüfbericht Beispiel: ein ausgefüllter EMPB einer Drehteil-Welle.
Wo die echte Pflicht herkommt: das Kundendokument
Wer wissen will, was verbindlich ist, liest nicht den VDA-Band, sondern die Bemusterungsrichtlinie seines Kunden. Ein sauber dokumentiertes und öffentlich zugängliches Beispiel ist die Werksnorm VN 3205 von Voith Turbo (Stand August 2021). Sie sagt zur Verbindlichkeit gleich im ersten Absatz:
„Dieser Norm gilt konzernweit für Voith Turbo und dessen Zulieferer. Die in dieser Norm definierten Inhalte sind verbindlich anzuwenden."
Interessanter ist, wie Voith mit dem Wegfall der Stufen umgegangen ist:
„Mit der Veröffentlichung der 6. Auflage 2020 des VDA-Bands 2 ‚PPF' entfällt die bisherige Verwendung der Vorlagestufen, an denen sich Voith orientiert hat. Stattdessen ist teilespezifisch der Bemusterungsumfang zwischen Voith und dem Lieferanten zu definieren. Voith stellt hierzu Checklisten zusammen, die entweder mit der Erstmusterbestellung mitgeschickt werden oder bei den Qualitätsabteilungen der Voith Werke angefordert werden können."
Das ist die Umstellung in einem Satz: Aus „Stufe 2" wurde „die Checkliste, die mit der Bestellung kommt". Wer diese Checkliste nicht hat, arbeitet ins Blaue. Weitere konkrete Forderungen aus derselben Norm, die zeigen, wie tief so ein Dokument geht:
- Unterlagen in Deutsch oder Englisch, komplett, gemäß dem vereinbarten Musterumfang.
- Erstmuster sind „vollständig unter Serienbedingungen, mit den geplanten Maschinen, Anlagen, Betriebs- und Prüfmitteln, und Bearbeitungsbedingungen, hergestellte und geprüfte Produkte" — kein Prototyp von der Handdrehbank.
- „Vermessungen müssen gegen das gültige 3D-Datenmodell durchgeführt werden. Die Anzahl der Messpunkte ist so zu wählen, dass alle Geometrien sicher bestimmt sind."
- Besondere Merkmale sind in der Zeichnung gekennzeichnet oder mit der Entwicklungsabteilung zu vereinbaren; die vermessenen Teile sind zu kennzeichnen und die fortlaufende Nummer dem Messbericht zuzuordnen.
- IMDS: „Zum Nachweis der Deklaration der Materialdaten per IMDS ist im Rahmen der Produktionsprozess- und Produktfreigabe die Angabe der MDB-ID-Nr. erforderlich."
- Bei Nachbemusterung sind „im EMPB die Nummern der Prüfberichte mit anzugeben, die zur Neu- oder Nachbemusterung aufgefordert haben."
Und die Sanktion, die man in keinem Normband findet:
„Die Erstmusterdokumentation ist zeitgleich mit den Erstmustern zu liefern. Fehlende Erstmusterdokumentation führt zu einer negativen Lieferantenbewertung. Erstmuster ohne Erstmusterdokumentation können nicht bearbeitet werden."
Das gilt so für Voith und ist nicht auf jeden Kunden übertragbar — aber es illustriert das Prinzip: Ein Kundendokument schlägt jede allgemeine VDA-Interpretation. Die erste Handlung bei jedem Erstauftrag ist deshalb nicht, das Formular zu googeln, sondern die Bemusterungsrichtlinie anzufordern. Welche Anlässe überhaupt eine Bemusterung auslösen, steht in Wann ist ein EMPB Pflicht? Die 9 Auslöser im Überblick.
Pflicht vs. Empfehlung — die Trennlinie in einer Tabelle
Diese Tabelle ist aus der Praxis abgeleitet, nicht aus dem Band zitiert. Sie fasst zusammen, was in der Lohnfertigung erfahrungsgemäß immer verlangt wird, was von der Vereinbarung abhängt und was du freiwillig dazulegst.
| Immer | Nur wenn vereinbart | Empfehlung / freiwillig |
|---|---|---|
|
Deckblatt-Stammdaten (Sachnummer, Benennung, Zeichnungsnummer + Stand) Grund der Vorlage angekreuzt Ist-Werte zu allen bemaßten Merkmalen — als Zahl Bestätigung mit Name, Datum, Unterschrift IMDS-ID bei automobilem Kunden |
Prozessfähigkeitsnachweis (Cmk/Cpk) Prüfmittelfähigkeitsnachweis Nachweis vereinbarte Kapazität Teilelebenslauf Eignungsnachweis Ladungsträger PPF-Status Lieferkette Schriftliche Selbstbewertung |
Fotodokumentation des Musters Messprotokoll-Rohdaten aus dem KMG Rundlauf-/Rauheitsprotokolle über die Zeichnungsforderung hinaus Ballonierte Zeichnung als PDF-Anlage, wenn der Kunde sie nicht ausdrücklich fordert |
Die mittlere Spalte ist der Grund, warum es keine allgemeingültige Antwort gibt. Ob der Prozessfähigkeitsnachweis Pflicht ist, hängt daran, ob besondere Merkmale deklariert sind — und das steht in der Zeichnung oder in der Abstimmung, nicht im Band. Die rechte Spalte ist kein Ballast: Zwei Fotos vom vermessenen Muster mit sichtbarer Kennzeichnung haben mir schon mehr Rückfragen erspart als jede zusätzliche Tabelle.
Fünf Fehler, die den EMPB zurückkommen lassen
Alles fünf aus der Praxis, keine Statistik — aber es sind die Fälle, die im Alltag immer wieder auftauchen.
1. Nachweis angekreuzt, aber nicht beigelegt
Der Klassiker. Weil der Kunde je Nachweis eine eigene Bewertungsspalte hat, ist die Lücke keine Kleinigkeit, die untergeht — sie ist ein leeres Feld in einem Raster. Lieber ein Kästchen weniger ankreuzen und in die Bemerkung schreiben, warum.
2. Zeichnungsstand passt nicht zur ballonierten Zeichnung
Auf dem Deckblatt steht Index B, die beigelegte Zeichnung ist Index A. Formal ist damit der ganze Bericht wertlos, weil unklar ist, gegen welche Sollmaße gemessen wurde. Bevor du unterschreibst: Deckblatt und Anlage nebeneinanderlegen und den Index vergleichen.
3. Ist-Werte fehlen oder stehen als „i.O." statt als Zahl
„i.O." ist ein Urteil, kein Messwert. Ein Prüfbericht ohne Zahlen ist nicht nachvollziehbar und wird von jedem halbwegs wachen SQE zurückgeschickt. Ausnahme sind Lehrenprüfungen (Gewinde gut/schlecht) — da ist gut/schlecht das Ergebnis.
4. Vor-2020-Formular mit ausgefüllter „Vorlagestufe 2", obwohl eine Checkliste kam
Wenn der Kunde dir eine teilespezifische Checkliste geschickt hat, ist die maßgeblich. Ein daneben ausgefülltes Stufenfeld aus einem alten Formular ist im besten Fall Rauschen, im schlechteren ein Widerspruch zur Vereinbarung.
5. IMDS-Feld leer bei automobilem Kunden
Die ID-Nummer steht sowohl als Feld auf dem Deckblatt als auch als ausdrückliche Forderung in Kundennormen — bei Voith wörtlich als „erforderlich" bezeichnet. Ein leeres Feld dort ist eine sichere Rückfrage.
Was zu tun ist, wenn der Bericht trotz allem zurückkommt, steht Schritt für Schritt in EMPB abgelehnt vom Kunden — was tun?.
Ausblick — die 7. Auflage liegt als Gelbband vor
Beim VDA QMC steht ein Gelbband zur 7. Auflage 2025 zum Download bereit. Ein Gelbband ist ein Entwurf zur Kommentierung, keine gültige Fassung. Der angekündigte Schwerpunkt verschiebt sich von der Dokumentation hin zu Risiko, Entscheidung und Wirksamkeit — mehr sage ich dazu bewusst nicht, weil ich den Entwurfstext nicht gelesen habe.
Verbindlich bleibt die 6. Auflage vom April 2020. Wer jetzt anfängt, Vorlagen umzubauen, arbeitet gegen einen Stand, der sich noch ändern kann. Was bisher über den Entwurf bekannt ist, steht in VDA Band 2 in 7. Auflage (2026): Was ändert sich für EMPB und PPF-Verfahren?.
Fazit
Der VDA gibt dir die Struktur: das Deckblatt mit Grund, Stammdaten, Bestätigung und Kundenentscheidung, dazu einen Katalog möglicher Nachweise und eine Bewertungslogik, die feldweise urteilt. Die Pflicht gibt dir der Kunde — über die Abstimmung zum PPF-Verfahren oder, wie bei Voith, über eine teilespezifische Checkliste mit der Erstmusterbestellung. Und die Empfehlung entscheidest du selbst.
Praktisch heißt das: Die Arbeit, die den Unterschied macht, passiert vorne. Wer die Abstimmung sauber führt und schriftlich hat, welche Nachweise für dieses Teil gelten, spart hinten die Nachbemusterung. Wer stattdessen ein Formular aus dem Netz zieht und rät, hat eine Wahrscheinlichkeit von deutlich unter hundert Prozent, richtig zu liegen — und merkt es erst, wenn die Teile schon beim Kunden stehen.
EMPB an VDA Band 2 angelehnt — in Minuten statt Stunden
Zeichnung hochladen, KI liest alle Maße und Toleranzen, Deckblatt und Prüfmaßliste kommen ausgefüllt zurück. PDF, Excel und ZIP auf Knopfdruck — die Nachweise, die dein Kunde vereinbart hat, hängst du an.
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